Trainer Flo Baumgartl im Gespräch – Teil 1 unserer Trainer-Interviews

Nach den vergangenen Entscheidungen haben wir unserem Trainer Flo Baumgartl Fragen Rund um die Abstimmung gestellt.

 

1. Servus Flo! Was ist deine Meinung zu den aktuellen Entscheidungen und dem damit verbundenen knappen Nicht-Aufstieg?

Hierzu muss man etwas früher ansetzen. Mir tut es für unsere Spieler und den Verein sehr leid, dass man die positive Entwicklung nicht in den letzten sieben Spieltagen dieser Saison bestätigen durfte. Ich bin mir sicher, dass wir den zweiten Tabellenplatz verteidigt hätten. Darüber ob es für ganz vorne gereicht hätte, möchte ich nicht spekulieren, Eggenfelden war letztlich sehr stabil und konstant. Bei dieser Gelegenheit nochmals Gratulation zur Meisterschaft an den SSV. Eine Relegation wäre ein schönes Erlebnis für alle gewesen, und ich bin mir sicher, dass wir hier mit der entsprechenden Euphorie nicht chancenlos gewesen wären. Auch den Ligapokal hätten wir gerne zu Ende gespielt, die Erfolgsaussichten waren hier ja auch nicht die schlechtesten.  

Nun zur Abstimmung. Für mich ist das Ergebnis keine Überraschung und auch kein Beinbruch. Man muss doch jeden Verein verstehen, der keine Lust auf zwei Saisonen mit übergroßen Ligen und zudem mit deutlich verschärften Abstiegsszenarien hat. Insbesondere nach dem sportlichen und gesellschaftlichen Leerlauf der letzten 14 Monate absolut logisch. Wir hätten natürlich nichts gegen die Variante „Nur Aufsteiger – keine Absteiger“ gehabt, allerdings muss ich glaube nicht erklären, was eine 22er Landesliga mit vier Fixabsteigern und drei Abstiegsreleganten in den nächsten zwei Saisonen alles bedeutet hätte. Da könnte sich die kurzfristig erfreulichere Variante schnell als Bumerang herausstellen. Ich kann also mit der getroffenen Entscheidung gut leben, insbesondere wenn man die Deutlichkeit sieht, wie die Vereine des Spielkreis Niederbayern West für die Variante A gestimmt haben. Den Ärger der Absteiger kann ich aber schon auch nachvollziehen. Einige Härtefälle sind schon ziemlich heftig.  

Abschließend muss man klarstellen, dass es momentan zudem viel wichtigere Dinge als diese Abstimmung und deren Folgen gibt. Aus sportlicher Sicht ist jetzt einfach nur wichtig, dass Kinder, Jugendliche und auch die Erwachsenen schnellstmöglich wieder ordentlich trainieren dürfen und sich im Wettkampf mit anderen Teams messen können.  


2. Bei der Ersten hat es leider nicht geklappt, die Reserve-Mannschaft kann jedoch jubeln. Wie siehst du diesem Erfolg entgegen ? 

Es freut mich sehr, dass des es für unsere junge 2. Mannschaft gereicht hat. Trotz des Saisonabbruchs dürfen sie sich definitiv als sportlicher Meister sehen. Ich habe viele Spiele gesehen und sie waren schlicht und ergreifend die beste Mannschaft. Abi hat einen hervorragenden Job gemacht und das Team zu einer Einheit geformt, welches sich von Woche zu Woche gesteigert hat. Rückschläge wurden überraschend schnell korrigiert und die nötige Stabilität schnell wieder gefunden. Ich denke das Team wird auch in der Kreisklasse eine gute Rolle spielen und für die eine oder andere Überraschung sorgen. Wir werden auch in der nächsten Saison gemeinsam am eingeschlagenen Weg festhalten, uns im Trainings- und Spielbetrieb abstimmen bzw. unterstützen und die Durchlässigkeit von der U19 bis zur Ersten Mannschaft weiter forcieren. 

3.Welche Ziele formulierst du für die kommende Saison in der Bezirksliga?

Die kommende Saison wollen wir mit „konstanten Leistungen“ und „Spaß“ bestreiten. Nach der herausragenden Vorrunde hatten wir einen kurzen, aber ärgerlichen Leistungsknick. Zudem gab es immer wieder mal extreme leistungstechnische Ausschläge nach oben aber eben auch nach unten. Das soll sich nach Möglichkeit nicht wiederholen. Die Jungs haben nun zudem so lange auf Fußball verzichten müssen, wir werden den Spaß nicht zu kurz kommen lassen und den Teamgeist und die kameradschaftlichen Aspekte, im Rahmen der Möglichkeiten, sicherlich nicht vernachlässigen. Auch das Spiel gegen einen extrem tiefstehenden Gegner wollen wir verbessern und entsprechende Lösungen erarbeiten.

Derzeit wissen wir nicht, wann eine Vorbereitung in gewohnter Art und Weise möglich ist. Wir kennen die Ligaeinteilung nicht. Wir wissen nicht einmal ob die nächste Saison klassisch mit Vor- und Rückrunde gespielt wird, oder eine alternative Saisonvariante gewählt wird. Nach rund sieben Monaten Pause wird auch bei der körperlichen Fitness einiges zu tun sein. Wir wissen momentan einzig und allein, dass wir einen motivierten und talentierten Kader haben. Für die Saison 2019/20 hatten wir uns einen Platz in der Spitzengruppe als Ziel gesetzt. Dieses Ziel haben wir erreicht. Die Frage nach dem Saisonziel 2021/22 beantworte ich Dir gerne kurz vor Saisonbeginn, wenn alle genannten Fragezeichen weg sind. Ich traue dem Team, sofern wir vor größerem Verletzungspech verschont bleiben, definitiv aber einiges zu.  

 

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