Topspiel im Fokus – Zwangsverlegung des Topspiels Deggendorf gegen Dingolfing

 Das Meisterrennen in der Bezirksliga West lässt Fußballherzen höher schlagen. Die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf und der FC Dingolfing spielen bislang eine herausragende Saison und liefern sich ein spannendes Duell um den Meistertitel. Beide Teams marschieren vorne weg und können einen beachtlichen Punkteschnitt vorweisen. Am Wochenende wäre in Deggendorf das lange herbei gesehnte Gipfeltreffen angestanden. Nun mischt sich mit dem Verbandsrecht eine dritte Partei in das Kopf-an-Kopf-Rennen ein und beschert dem FCD einen Nachteil. Das Spiel wird aufgrund des Corona-Paragraphen auf Mittwoch, den 11. Mai, zwangsverlegt. Den Blau-Weißen werden so aller Voraussicht nach Stammspieler fehlen. 

Doch erstmal alles der Reihe nach. Die Deggendorfer zogen am Ostermontag in das Finale des Toto-Pokals ein. Das Finale des Verbandswettbewerbs ist auf diesen Freitag festgesetzt. Laut dem im Juni des vergangenen Jahres veröffentlichten Rahmenterminkalenders hätte sich das Tospiel zwischen der Spielvereining und dem FCD auf Sonntag verschoben. Jedoch verwiesen die Deggendorfer auf den sogenannten Corona-Paragraphen, der dem Verband das Recht zu schreibt ein Spiel zu verlegen, sollten nicht mehr als 48 Stunden zwischen zwei Spielen legen. „Als Vorstandschaft sehen wir uns in der Pflicht im Wohle des Vereins zu handeln. Daher haben wir zunächst Beschwerde eingelegt. Aus unserer Sicht ist die Zwangsverlegung nur durch die Belastungssteuerung der Deggendorfer begründet und steht nicht im Zusammenhang mit der Pandemie“, führt Reinhard Otto, erster Vorsitzender des FCD, aus. Obendrein verweist Otto auf Deggendorfs Finalgegner Schöfweg, der ebenfalls Freitag und Sonntag spielt. Auch sind Doppelspieltage im Amateurbereich seit Jahren Usus. Erst am Osterwochenende wurde am Karsamstag und Ostermontag gespielt. Dementsprechend herrschte Verwunderung über die Ausnahme für den Konkurrenten um den Aufstieg. Auch ein Vorziehen des Pokalendspiel auf Mittwoch oder Donnerstag wurde vorgeschlagen, fand aber keine Berücksichtigung. 

„Für uns ist der gesamte Ablauf ziemlich ärgerlich und kräftezehrend. Unserer Meinung nach wäre der 1. Mai der richtige Termin gewesen, wie es auch Rahmenterminkalender des Verbandes vorgibt. Das Ehrenamt macht so definitiv keinen Spaß“, schildert Otto die Gefühlswelt der Dingolfinger. Das Spiel wird nun am Mittwoch, den 11. Mai, nachgeholt. „Dadurch dass wir jetzt relativ kurzfristig unter der Woche kicken, werden berufsbedingt Spieler fehlen. Das ist einfach schade für die Jungs, die über ein Jahr hingearbeitet haben für dieses Topspiel und nun nicht dabei sein können“, erzählt Otto. 

Die Deggendorfer profitieren so ein zweites Mal von einer Verbandsentscheidung. Als Langquaid am Karsamstag keine Mannschaft stellen konnte, war kein Ausweichtermin zu finden. So erhielt Deggendorf kampflos die Punkte zugesprochen von einem Team, das in der Vergangenheit bereits manchen Favoriten ins stolpern brachte.

Lange aufhalten will man sich im Dingolfinger Lager mit der Causa allerdings nicht. „Wir wollen die Antwort auf den Platz geben. Die Mannschaft als auch der gesamte Verein arbeiten seit Jahren auf die Landesliga-Rückkehr hin. Letzte Saison hatten wir Pech mit dem Abbruch und der dadurch genommenen Chance auf die Relegation. Dieses Jahr wollen wir es schaffen und werden daher keine Ausreden außerhalb des Platzes geltend machen. Unsere Spieler hätten es sich aufgrund der starken Leistungen verdient“, lässt Otto verlauten. 

Gegen Kontrahent Deggendorf hegt man derweil keinen Groll. „Das Verhalten ist legitim und unser Ärger bezieht sich nicht auf die Deggendorfer“, so Otto. Auch mit Vorwürfen an Spielgruppenleiter Richard Sedlmeier hält man sich zurück. „Wir haben Herrn Sedlmaier als zuverlässigen und umsichtigen Funktionär kennengelernt. Auch in Zukunft wollen wir gut zusammenarbeiten“, beschwichtigt Otto. 

Trotz all dem Aufruhr um die Zwansgverlegung, will man den Ärger schnell verfliegen lassen. „Insgesamt ist es für uns unglücklich gelaufen. Die Entscheidung haben wir aber zu akzeptieren und richten daher den Blick nach vorne. Wir haben nun zwei Heimspiele vor der Brust, auf die wir uns nun voll konzentrieren. Erst danach erlaubt sich ein Blick auf das Topspiel“, meint Otto. Abschließend richtet der umtriebige Ehrenamtliche den Fokus auf das Wesentliche. „Wir haben alles in der eigenen Hand und wollen auf dem grünen Rasen die Entscheidung holen. Durch das ganze Prozedere sind wir nochmals näher zusammen gerückt. Wir bitten unsere Zuschauer um zahlreiche Unterstützung beim Schlusssprint im Meisterrennen“, so Otto abschließend.  

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