
Vor einigen Monaten organisierten die „Blues Briederchen“ ein Benefizkonzert in der Stadthalle Dingolfing zugunsten des Lions Clubs Dingolfing-Landau. Dieses Konzert wurde auch als Dankeschön der Band für den vom Landkreis Dingolfing-Landau verliehenen Kulturpreis gespielt. Und erst vor wenigen Tagen konnten die Musiker eine Spende in Höhe von 11.111.11 Euro an den Lions Club Dingolfing-Landau übergeben. „Es war eine grandiose Gemeinschaftsleistung“, fasste Lions Präsident Robert Elsberger die Aktion zusammen. Viele Helfer des Lions Clubs, alle Bandmitglieder, Techniker und unterstützende Firmen arbeiteten eng zusammen, um dieses Benefizkonzert durchführen zu können und er sei sehr stolz auf das tolle Ergebnis. Hilfswerksvorsitzender Prof. Dr. Konrad Schindlbeck und Kulturbeauftragter Prof. Dr. Michael Höschl stellten heraus, dass sich Vereine aus der Region um eine Spende bewerben konnten und im Vorfeld verschiedene Projekte eingereicht wurden. Auch der FC Dingolfing ergriff die Initiative und erhielt nun eine Spende in Höhe von 1.500 Euro für die Integrationsarbeit des Verein.
Vorstandssprecher Walter Strohmaier nutzte zusammen mit Vereinsbeirat Franz Bauer die Spendenübergabe, um den Weg des Vereins einzuordnen. Vor gut zehn Jahren stand der FCD vor einer Situation, die heute kaum vorstellbar ist: keine A‑Jugend, eine B‑Jugend auf Kreisebene und kaum Zulauf im Kinderfußball. Aus dieser schwierigen Ausgangslage entstand ein klarer Plan. „Damals mussten wir uns ehrlich fragen, wie wir wieder mehr Kinder für den Fußball und für unseren Verein begeistern können“, erinnert sich Bauer, der die Unterstützung initiiert hatte. Die Antwort war eine Vision, die bis heute trägt: Über ein starkes Engagement im Kinderfußball eine breite Basis schaffen, um langfristig wieder höherklassige Nachwuchsteams aufzubauen.
Der Verein hörte auf zu warten und begann, aktiv auf die Kinder zuzugehen. Fußball‑AGs an beiden Dingolfinger Grundschulen, persönliche Ansprache und ein FSJ‑Posten, um den wachsenden Zulauf aufzufangen, führten dazu, dass der FCD innerhalb weniger Jahre wieder zu einem Magneten für Kinder wurde. Bauer fasst es treffend zusammen: „Wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen – nicht dort, wo wir sie gerne hätten. Das ist der Kern unserer Arbeit.“
Gleichzeitig stellte sich die Frage, was mit jenen passiert, die sportlich nicht den Sprung in den Leistungsbereich schaffen. Für den Verein war die Antwort eindeutig: Man schickt sie nicht weg. „Integration ist keine Einbahnstraße. Sie braucht Wissen, Engagement und den Willen, Verantwortung zu übernehmen – und genau das tun wir“, betont Bauer. Ehrenamtliche begleiten Kinder zu Behördengängen, helfen bei rechtlichen Fragen oder unterstützen bei der Suche nach Ausbildungs‑ und Arbeitsplätzen. Der Verein wirkt damit weit über den Fußballplatz hinaus.
Die Nachwuchsarbeit des FCD ruht heute auf drei klar definierten Säulen: dem Kinderfußball als Startpunkt für alle Dingolfinger Kinder, dem Leistungsbereich ab der U11 und dem Breitensport, der jedem Kind einen Platz bietet – unabhängig von Herkunft oder Leistungsniveau. Unterstützt wird diese Struktur durch zahlreiche Projekte, die den Verein in den vergangenen Jahren geprägt haben: ein Wertekonzept mit klaren Regeln, ein Schiedsrichter- und Trainernachwuchsprogramm, das Jugendliche früh ins Ehrenamt einbindet, und ein Elternhandbuch, das Orientierung und Transparenz schafft. Diese Bausteine zeigen, wie konsequent der Verein seine Verantwortung wahrnimmt und wie nachhaltig er arbeitet.
Damit diese Arbeit gelingen kann, braucht es jedoch passende Rahmenbedingungen. Der Verein steht vor Herausforderungen, die er nicht allein lösen kann: eine sichere und kindgerechte Lernumgebung im Stadion, Infrastruktur, die dem Umfang der betreuten Kinder gerecht wird, die Einbindung der städtischen Sozialarbeit und eine spürbare Entlastung der Ehrenamtlichen, die heute Aufgaben übernehmen, die weit über den Sport hinausgehen. Strohmaier formuliert es bewusst partnerschaftlich: „Unsere Arbeit gelingt nur, wenn Stadt und Verein an einem Strang ziehen – für die Kinder dieser Stadt.“
Der Blick des Vereins geht dabei weit über den aktuellen Moment hinaus. „Unser Ziel ist, dass aus heutigen Jugendspielern die Funktionäre von morgen werden“, sagt Strohmaier. Auch die Eltern sollen stärker eingebunden werden – als Teil dieser „Fußballfamilie“. Um die Nachwuchskicker auch nach der Jugendzeit im Verein zu halten sind die Blau-Weißen eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein Türk Gücü eingegangen.
Die Spende des Lions Clubs ist für den FC Dingolfing deshalb weit mehr als finanzielle Unterstützung. Sie ist Anerkennung für seine Arbeit. „Wir bedanken uns beim Lions Club für die Unterstützung, die voll in unsere aufwendige Nachwuchsarbeit fließt.“