
Vor 215 Zuschauern im leicht verregneten Isar‑Wald‑Stadion hat der FC Dingolfing einen dramatischen 2:1‑Last‑Minute‑Sieg gegen den TSV Bogen gefeiert. Die Blau‑Weißen bestimmten über weite Strecken das Geschehen, ließen jedoch zahlreiche Chancen liegen und mussten am Ende zittern, ehe Joker Maximilian Meindl in der 95. Minute doch noch den viel umjubelten Siegtreffer erzielte.
Seidl: „Nicht unser bestes Spiel – aber ein Sieg für die Moral“
Cheftrainer Thomas Seidl ordnete den Abend nüchtern ein: „Das war sicher heute nicht unser bestes Spiel. Wir haben es einfach verpasst, das 2:0 nachzulegen und dadurch Bogen im Spiel gelassen. Das hat der TSV, der stark gekämpft hat, dann auch knallhart bestraft. Auch wenn’s nicht unsere beste Leistung war, denke ich, dass so ein Last‑Minute‑Sieg der Moral sehr gut tut.“
Veränderungen in der Startelf
Cheftrainer Thomas Seidl nahm nach dem Sieg gegen Bad Abbach mehrere Anpassungen vor. Louis Tournier kehrte nach überstandener Verletzung ins Tor zurück und lieferte ein stabiles Comeback. Ebenfalls neu in der Anfangsformation stand Lucas Stachowski, der sich nach langwierigen Rückenproblemen wieder herangearbeitet hatte. Zudem rückte Fabian Prebeck‑Sanchez nach seinem Urlaub direkt in die Startelf – und sollte später eine entscheidende Rolle spielen. Ebenso rotierte Stefan Weber zurück in die erste Elf und beackerte gewohnt zuverlässig die linke Schiene.
Dingolfing überlegen, aber ohne Durchschlagskraft
Der FCD begann schwungvoll und setzte die ersatzgeschwächten Gäste früh unter Druck. Bereits die erste Ecke sorgte für Gefahr: Der Ball segelte an den langen Pfosten, Florian Büchner schlich sich heran und nahm den Ball mit vollem Risiko — doch der Abschluss ging über das Tor. Kurz darauf sorgte ein Chipball für Unruhe. Felix Rem sprintete dem weiten Ball hinterher und erwischte ihn einen Tick eher als der herausreißende Keeper. Rem schaltete schnell, doch sein Lupfer ging knapp über das Gehäuse.
Die beste Aktion der Anfangsphase gehörte erneut den Hausherren. Büchner flankte präzise von links an den Fünfmeterraum, Jannik Bauer stieg wuchtig hoch, setzte den Kopfball aber knapp am linken Pfosten vorbei. Dingolfing war klar spielbestimmend, doch der letzte Punch fehlte.
Prebeck‑Sanchez trifft sehenswert – FCD führt zur Pause
In der 26. Minute belohnte sich der FCD für seine Überlegenheit. Fabian Prebeck‑Sanchez drehte sich an der Strafraumgrenze blitzschnell um die eigene Achse und jagte den Ball ansatzlos in den rechten Winkel.
Nur zwei Minuten später hätte Prebeck‑Sanchez beinahe nachgelegt. Lemberger steckte stark in den Strafraum durch, der Torschütze tauchte frei vor Keeper Simon Weinzierl auf, doch der Bogener Keeper parierte mit langem Bein. Auch eine sehenswerte Freistoßvariante brachte nichts ein: Kopfballrückgabe, Seitfallzieher von Bauer. Dingolfings Mittelfeldmotor brauchte zu wenig Druck hinter den Ball – kein Problem für Weinzierl.
Bogen kam offensiv kaum zur Entfaltung. Die Dingolfinger Abwehr um Kapitän Büchner arbeitete aufmerksam, fing Umschaltmomente früh ab und ließ den TSV selten gefährlich werden. Zur Pause führte der FCD verdient mit 1:0.
Kouame bringt Schwung – Dingolfing verpasst das 2:0
Nach dem Seitenwechsel blieb Dingolfing zunächst am Drücker. Hofer legte über links ab auf Lemberger, doch dessen Direktversuch flog deutlich am Tor vorbei. Trainer Seidl reagierte auf die etwas nachlassende FCD-Offensive und brachte mit Ben Kouame einen Edeljoker — und der sorgte sofort für Alarm.
In der 59. Minute war Kouame frei durch, Weinzierl bereits geschlagen, doch Tobias Haumer rettete spektakulär auf der Linie und klärte den Ball über die Latte. Eine Szene, die das Spiel hätte entscheiden können. Wenig später tankte sich Kouame erneut durch, sein wuchtiger Abschluss strich über den Querbalken. Auch Lemberger verpasste das 2:0 nur knapp. Dingolfing war überlegen, doch es blieb beim knappen Vorsprung — und Bogen schöpfte Mut.
Bogen schlägt zurück – Ausgleich durch Matschoß
Mit dem Mut der Verzweiflung wagten die Gäste mehr Vorstöße. Dingolfing flatterte kurz, und in der 80. Minute wurde der TSV belohnt. Ein Konter über die rechte Seite, Fuchs legte nach innen, der Ball wurde leicht abgefälscht — und Moritz Matschoß setzte aus kurzer Distanz einen Seitfallzieher ins Netz. Tournier konnte den Einschlag aber nicht verhindern.
Meindl trifft in letzter Sekunde – FCD belohnt sich
Dingolfing warf nun alles nach vorne. Hofer tankte sich über rechts bis zur Grundlinie durch und legte in den Rückraum, doch Schratzenstaller brachte zu wenig Druck hinter den Ball. Der FCD spielte nun mit der Brechstange, Bogen verteidigte leidenschaftlich und hoffte auf den Punktgewinn.
Dann die letzte Aktion des Abends: Ein Angriff über die linke Seite, der Ball wird nach innen gespielt, rauscht durch den gesamten Fünfmeterraum — und am langen Pfosten steht Maximilian Meindl völlig frei. Der Joker schiebt den Ball halbhoch ins Netz und bescherte dem FCD einen Last‑Minute-Sieg sowie große Erleichterung.
Dingolfing zeigte nicht seine beste Leistung, war aber über weite Strecken klar überlegen. Bogen präsentierte sich kämpferisch stark und verlangte dem FCD alles ab. Am Ende bleiben die drei Punkte in Dingolfing — und ein Erfolg, der der Mannschaft in den kommenden englischen Wochen gut tun dürfte.
FCD-Aufstellung: Tournier – Nicklas, Laimer, Büchner, S. Weber – J. Bauer, Lemberger – L. Stachowski (ab 57. Minute Koaume), Rem (ab 77. Minute Schratzenstaller), Prebeck-Sanchez (ab 69. Minute M. Müller) – Hofer (ab 86. Minute Meindl)