
Es war einer dieser Abende, die man im Isar‑Wald‑Stadion nicht so schnell vergisst. Die Hitze stand schwer über dem Rasen, mehr als 400 Zuschauer versammelten sich auf der Tribüne des altehrwürdigen Isar-Wald-Stadions, und spätestens nach dem Anschlusstreffer von Ben Kouame zum 1:2 lag eine kleine Sensation in der Luft- Als der FC Dingolfing am Dienstagabend den Regionalligisten DJK Vilzing aus dem Toto‑Pokal warf, war es ein besonderer Moment in der Vereinschronik der Blau-Weißen.
„Ein wunderschöner Abend, der hängen bleibt“
Vorstandssprecher Walter Strohmaier stand nach dem Schlusspfiff lange am Spielfeldrand: „Für uns als Verein war das ein wunderschöner Abend, als unsere Jungs um Kapitän Florian Büchner förmlich über sich hinausgewachsen sind und den hoch eingeschätzten Regionalligisten aus dem Pokal geworfen haben. Für diese Leistung kann man nur den Hut ziehen.“
Doch Strohmaier weiß, wie schnell der Fußball weiterdreht: „Der Erfolg vom Dienstag ist großartig, aber heute geht es schon wieder um wichtige Punkte in der Liga – und das gegen einen enorm starken Gegner aus der Oberpfalz. Burglengenfeld ist sehr gut gestartet, ihre Offensivkräfte gehören zu den gefährlichsten der Liga. Unsere Abwehrreihe wird wieder Schwerstarbeit verrichten müssen. Prinzipiell denke ich, dass die Jungs den Spagat aus Liga und Pokal meistern können, zumal wir einen tiefer Kader haben.“
Ein Abend, der nur mit Ehrenamt möglich war
Der Pokalcoup war nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch ein logistischer Kraftakt. Zwei Kioske, Vereinsheim, Stadionsprecher, Ordner, Öffentlichkeitsarbeit – ein Heimspiel dieser Größenordnung braucht viele Hände.
Strohmaier betont genau das: „Wir wollten den Zuschauern ein schönes Stadionerlebnis bieten. Mit etwas mehr Besuchern hatten wir gerechnet, aber die Hitze und die Ferienzeit haben sicher eine Rolle gespielt. Trotzdem bedanken wir uns bei den über 400 Fans und hoffen im Achtelfinale auf eine noch schönere Kulisse.“
Und er ergänzt mit spürbarer Wertschätzung: „Hut ab vor allen ehrenamtlichen Helfern. Wir brauchen fast 50 engagierte Freiwillige – vom Kiosk über das Vereinsheim bis zur Öffentlichkeitsarbeit. Es ist immer wieder beeindruckend, wie fleißig und zuverlässig unsere Ehrenamtlichen arbeiten.“
Wie geht es weiter? Teammanager Auer blickt voraus
Während die Mannschaft den Pokalabend noch verarbeitete, war Teammanager Tom Auer bereits im Planungsmodus. Denn im Toto‑Pokal geht es schnell weiter.
„Die Paarungen werden am 14. August ausgelost. Es gibt regionale Töpfe: In einem sind die Landesliga‑ und Bayernliga‑Teams, im anderen die Regionalliga und die Dritte Liga. Die Gegner werden über Kreuz zugelost, und der klassenniedrigere Verein hat Heimrecht“, erklärt Auer.
Nur die Kreissieger dürfen sich ihren Gegner aussuchen – und davon ist nur noch einer übrig.
„Wendelstein ist der einzige verbliebene Kreissieger und trifft kommende Woche noch auf 1860 München. Wenn sich der Favorit durchsetzt, sind alle Kreissieger vor dem Achtelfinale ausgeschieden.“
Für den FCD bedeutet das: Spannung pur.
„Unsere Mannschaft hätte sich einen namhaften Gegner verdient“, sagt Auer. Neben de Münchner Löwen wären auch Jahn Regensburg, FC Ingolstadt und Wacker Burghausen im Rennen. „Wir freuen uns auf einen erneut kurzweiligen Pokalabend und wollen auch dort den Favoriten ärgern. Der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze – und die wollen wir wieder unter Beweis stellen.“