Historischer Pokalabend in Dingolfing – FC Dingolfing wirft Regionalligist Vilzing aus dem Toto‑Pokal

 

Bildunterschrift: In der Schlussminute wuchtete Jannik Bauer einen perfekt getretenen Büchner‑Freistoß per Kopf ins Netz und rettete den FCD mit seinem Treffer zum 2:2 ins Elfmeterschießen. (Foto: Paul Hofer)

Was für ein Fußballabend im altehrwürdigen Isar‑Wald‑Stadion: Bei tropischer Hitze ieferte der FC Dingolfing eine Pokalsensation, die man so schnell nicht vergessen wird. Vor 420 Zuschauern sah zunächst alles danach aus, als würde Regionalligist DJK Vilzing seiner Favoritenrolle gerecht werden. Die Oberpfälzer führten zur Pause verdient mit 2:0. Doch im zweiten Durchgang kämpfte sich der FCD in die PArtie zurück, glich die Partie aus – und schrieb anschließend im Elfmeterschießen Pokalgeschichte. Die Blau-Weißen stehen im Achtelfinale des Bayerischen Totopokals und dürfen sich nun auf einen weiteren namhaften Gegner freuen.

Trainer Thomas Seidl war sichtlich stolz auf seine Mannschaft: „Unglaublich! Wenn man zur Pause gegen einen Regionalligisten 0:2 hinten liegt, ist die Messe normalerweise gelesen. Wie die Jungs dann in der zweiten Hälfte aufgetreten sind, war bockstark. Wir haben eine Top-Leistung gebracht und dürfen uns über einen historischen Erfolg freuen.“

Vilzing dominiert die erste Halbzeit

Der Abend begann denkbar ungünstig für die Hausherren. Bereits nach sieben Minuten gab es die kalte Dusche: Nach einem Foul an der linken Außenlinie brachte Alexis Fambo den Freistoß punktgenau an den zweiten Pfosten, wo Martin Mihalylov per Kopf zum 0:1 vollendete. Kurz darauf verpasste Nik Leipold das 0:2 nur knapp.

Dingolfing hielt dagegen, doch in der Anfangsphase war der Klassenunterschied sichtbar. Vilzing agierte einen Schritt schneller, athletischer und mit klarer Struktur. Erst nach 22 Minuten wagte sich der FCD erstmals gefährlich nach vorne: Kouame und Prebeck‑Sanchez setzten zu einem schnellen Konter an, doch Kapitän Jakob Zitzelsberger verteidigte stark.

Vilzing blieb spielbestimmend. Müller parierte einen Schuss von Leipold stark, kurz darauf traf Erol Özbay nach feiner Drehung nur den Pfosten. Dingolfing kam durch Kouame zu einer Halbchance, ehe die Gäste erneut zuschlugen: Wieder war es Fambo, der sich links durchsetzte. Seine Hereingabe verwertete Özbay per Direktabnahme zum 0:2. Auf der Tribüne gab es Proteste wegen eines vermeintlichen Fouls im Vorfeld, doch der Treffer zählte.

Das Halbzeitfazit war klar: Vilzing wurde den Erwartungen gerecht, Dingolfing hielt gut dagegen, doch der Regionalligist führte verdient.

FCD dreht das Spiel – Kouame eröffnet die Sensation

Zur Pause reagierte Seidl und brachte mit Marcel Müller und Daniel Hofer frische Offensivpower. Und der FCD kam nun deutlich besser ins Spiel. In der 53. Minute hatte Lemberger die erste große Chance, sein Schuss wurde im letzten Moment abgeblockt.

Dann folgte der Moment, der die Hoffnung ins Isar-Wald-Stadion zurückholte: Ben Kouame wurde nach einem perfekt getimten Pass von Andreas Eglseder durch den rechten Halbraum geschickt. Der Stürmer blieb eiskalt, ließ den Keeper aussteigen und vollendete aus spitzem Winkel zum 1:2. Ein Treffer, der einmal mehr Kouames Klasse im Isar‑Wald‑Stadion unterstrich.

Nur Sekunden später lag der Ausgleich in der Luft: Hofer setzte sich rechts stark durch und fand Müller, der den Ball jedoch knapp verpasste. Eglseder versuchte es aus der Distanz, doch Vilzing blockte.

Bauer wuchtet den FCD ins Elfmeterschießen

Die Schlussphase gehörte den Hausherren. In der 84. Minute hatte Müller die Riesenchance zum 2:2: Mit einem engen Haken ließ er seinen Gegenspieler stehen, stand frei vor dem Keeper – doch dieser rettete mit einer sensationellen Fußabwehr.

Als alles nach einem knappen Regionalliga‑Sieg aussah, schlug der FCD in letzter Minute zu: Ein Freistoß von Florian Büchner aus 40 Metern segelte lehrbuchmäßig in den Strafraum, wo Jannik Bauer hochstieg und den Ball per Kopf ins Tor wuchtete. 2:2 – das Stadion stand Kopf.

Da es im Toto‑Pokal keine Verlängerung gibt, ging es direkt ins Elfmeterschießen.

Eiskalte Nerven: Dingolfing trifft fünfmal – Vilzing patzt einmal

Im Elfmeterschießen zeigte der FCD beeindruckende Nervenstärke. Alle fünf Schützen trafen: Daniel Hofer, Matze Schratzenstaller, Jannik Bauer, Marcel Müller und Maximilian Meindl verwandelten souverän.

Auf der Gegenseite schoss Zitzelsberger – ausgerechnet der starke Vilzinger Kapitän – neben das Tor von Luca Müller. Damit war die Sensation perfekt.

Ausblick: Große Namen warten

Der FCD steht im Achtelfinale des Bayerischen Totopokals und darf nun auf einen Gegner wie den TSV 1860 München oder den SSV Jahn Regensburg hoffen. Ein Abend, der in Dingolfing lange in Erinnerung bleiben wird.

FCD-Aufstellung: L. Müller – Stachowski (ab 46. Minute Hofer), Laimer, Büchner, J. Fischer, S. Weber – Lemberger (ab 57. Eglseder), J. Bauer, Rem (ab 75. Meindl) – Kouame (ab 65. Schratzenstaller), Prebeck-Sanchez (46. M. Müller) 

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