
Der FC Dingolfing hat bei seiner Jahreshauptversammlung im voll besetzten Vereinsheim auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt und zugleich wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich auch die beiden stellvertretenden Bürgermeister Petra Fante und Herbert Wazula, die die Bedeutung des Vereins für die Stadt hervorhoben.
Strohmaier setzt klare Akzente – Entwicklung, Werte und Infrastruktur im Fokus
Vorstandssprecher Walter Strohmaier eröffnete mit einem Rückblick: „In den vergangenen Jahren hat sich unser Verein in beeindruckender Weise weiterentwickelt. Wir stehen sportlich stabiler da, aber noch wichtiger ist: Wir wachsen als Gemeinschaft. Unsere Vision eines familiären, offenen und nachhaltigen Vereins ist fest verankert.“
Der FCD sei heute breiter aufgestellt denn je – mit über 20 Jugendmannschaften, einer starken zweiten Mannschaft und einer ersten Mannschaft, die sich in der Landesliga etabliert hat. Diese Breite sei kein Zufall, sondern Ergebnis einer klaren Haltung. „Wir schließen niemanden aus. Bei uns findet jeder seinen Platz, solange unsere Werte gelebt werden. Uns geht es darum gegenüber der Stadt Dingolfing unserer Verantwortung als lokaler Verein gerecht zu werden.“
Ein Schwerpunkt seiner Rede galt der Infrastruktur, die für den Verein zur zentralen Voraussetzung geworden ist. „Infrastruktur ist für uns kein Luxus, sondern Grundlage für gute Arbeit. Wir brauchen moderne, sichere und kindgerechte Bedingungen für unsere ehrenamtliche Tätigkeit. Bei den aktuellen hohen Investitionen der Stadt in Caprima und Eishalle ist bei vielen die Befürchtung vorhanden, dass die Sportstadt Dingolfing nach der Eishalle endet. Dies darf nicht der Fall sein“, so Strohmaier. „Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam ein Sportumfeld schaffen können, das unserer Stadt und unseren Kindern gerecht wird.“
Trotz mancher Herausforderungen blickte Strohmaier optimistisch nach vorne. „Unsere Sportstadt lebt davon, dass wir gemeinsam denken und handeln – nicht gegeneinander. Jede Entscheidung, die Kindern und Jugendlichen zugutekommt, ist eine Entscheidung für die Zukunft Dingolfings.“ Zum Abschluss dankte er allen, die den Verein tragen – von Trainern und Funktionären bis zu den vielen Helfern im Hintergrund. „Mit Realismus, klaren Werten und viel Herzblut können wir gemeinsam weiter wachsen.“
Erste Mannschaft: Stabilität, Entwicklung und starke Rückrunde
Sportvorstand Konrad Johann präsentierte die sportliche Bilanz der ersten Mannschaft. Nach einem durchwachsenen Start mit vielen Verletzungen – darunter Schlüsselspieler wie Kouame, Berleb, Wilhelm und Eglseder – habe sich das Team ab Spätsommer stabilisiert. Die Rückrunde sei geprägt gewesen von Konstanz, spielerischer Weiterentwicklung und hoher taktischer Disziplin, obwohl weiterhin Leistungsträger wie Laimer oder Hochstetter fehlten. Besondere Highlights waren der verdiente Sieg beim SAR‑Cup sowie das Testspiel gegen den TSV 1860 München vor über 2.000 Zuschauern, das der FCD nur knapp mit 1:2 verlor. Nach 33 Spieltagen ziehe man eine „absolut erfreuliche Bilanz“. Johann lobte das Trainertrio aus Chefcoach Tom Seidl, Co-Trainer Alex Hofner und Torwarttrainer Ben Schommer sowie das gesamte Team für Engagement und Zusammenhalt.
Zweite Mannschaft: Reifeleistung und Aufstiegsambitionen
Die zweite Mannschaft durchlief nach der Umgruppierung in die Kreisliga Isar‑Rott und einem Trainerwechsel zu Markus Heiß und Manu Schneil eine starke Entwicklung. Nach einem unkonstanten Start punktete das Team ab Spätsommer regelmäßig und überzeugte mit einer attraktiven, offensiven Spielweise. Die Teilnahme an der Relegation ist greifbar nahe – ein Erfolg, der laut Johann „absolut verdient wäre und die hervorragende Arbeit des Trainerteams und der Mannschaft bestätigen würde“. Unabhängig vom Ausgang bleibe die Saison ein starkes Fundament. Der Kader bleibt weitgehend zusammen, aufrückende Spieler aus der U19 schließen entstehende Lücken. Das Konzept der Zweiten werde „unabhängig von der Liga konsequent fortgeführt“.
Jugendbereich – Drei Säulen für ein nachhaltiges Fundament
Beim Bericht der Jugend dankte Strohmaier den Verantwortlichen für deren großartige Arbeit. Er machte deutlich, dass der FC Dingolfing seine Jugendarbeit bewusst auf drei Säulen aufbaut – ein Modell, das sich in den vergangenen Jahren als nachhaltig und erfolgreich erwiesen hat.
Der Kinderfußball bildet das Fundament der gesamten Nachwuchsarbeit. Ziel ist es, möglichst viele Kinder aus dem Stadtgebiet für den Vereinssport zu begeistern und ihnen eine sportliche Heimat zu geben. Dabei unterstrich er, dass der Verein bewusst Anfragen aus dem gesamten Landkreis ablehnt, um sich auf Dingolfinger Kinder zu konzentrieren und gleichzeitig die umliegenden Vereine zu stärken. Der Fokus liegt auf Bewegung, Freude, Entwicklung und sozialem Miteinander – ganz im Sinne der Vereinsvision „Familie durch Fußball“.
Der Leistungsbereich verfolgt ein klares Ziel: eigene Spieler für die erste Mannschaft entwickeln. Der FCD setzt dabei auf ein familiäres Umfeld, nachhaltige Trainingsarbeit und eine klare Entwicklungsphilosophie. Viele Spieler aus dem Kinderfußball wurden erfolgreich integriert, mehrere Talente wechselten erneut zu Profivereinen, und gleich mehrere Nachwuchskicker feierten ihr Debüt in der Landesliga.
Der Breitensport ist die dritte tragende Säule. Hier geht es darum, allen Dingolfinger Kindern eine sportliche Heimat zu bieten, unabhängig von Leistungsniveau oder Herkunft. Der Verein leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und wurde erneut als „Stützpunkt der Integration“ ausgezeichnet. Um diese auch langfristig im Verein zu halten wurde im Seniorenbereich eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein Türk Gücü Dingolfing eingegangen, die bislang nicht nur sportlich Früchte trägt.
Projekte wie das Trainernachwuchsprogramm, der Schiedsrichterkurs, die Fußball‑AGs an den Grundschulen Altstadt und St. Josef sowie das Torwartcamp zeigen, wie breit der Verein aufgestellt ist. Über 100 Ehrenamtliche arbeiten ausschließlich für den Nachwuchs. Strohmaier betonte, dass der Verein für eine gute Lernumgebung weiterhin die Unterstützung der Stadt benötige, insbesondere bei Infrastruktur, Sicherheit und sozialen Themen.
Finanzen und Entlastung
Finanzvorstand Florian Schneider berichtete von einer weiterhin stabilen finanziellen Lage. Sonderausgaben wie der Kunstrasen für das Hallenspektakel, die anteilige Zahlung für die Videowall sowie die Rückzahlung der Corona‑Hilfe seien solide abgefedert worden. Die Kassenprüfer Dominik Kallmeier und Benjamin Kobler bestätigten eine einwandfreie Kassenführung, woraufhin die Vorstandschaft entlastet wurde.
Lob der Stadt
Bürgermeisterin Petra Fante würdigte in ihrem Grußwort die Arbeit des Vereins. Besonders die Jugendarbeit sei ein Aushängeschild für Dingolfing und ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft. Abschließend überreichte Strohmaier an die beiden Bürgermeister für ihren „Chef“ als kleines Hochzeitsgeschenk ein Trikot der ersten Mannschaft.