FCD lässt zwei Punkte liegen – Chancenwucher des FC Dingolfing verhindert Auswärtssieg beim SV Etzenricht

Bildunterschrift: Der FC Dingolfing um Angreifer Marcel Müller zeigte ein starkes Spiel, konnte sich aber für den Aufwand nicht mit drei Punkten belohnen (Foto: Paul Hofer)

 

Dingolfing (st) Der FC Dingolfing hat sich beim abstiegsbedrohten SV Etzenricht mit einem 1:1 begnügen müssen. Angesichts der Vielzahl an klaren Möglichkeiten fühlte sich das Ergebnis für die Seidl‑Elf wie eine verpasste Chance an. „Die Mannschaft hat trotz des Mammutprogramms der vergangenen Tage alles rausgehauen und trotz vieler Ausfälle ein ordentliches Spiel gemacht“, sagte Trainer Thomas Seidl. „Einziges Manko: Aus sieben, acht guten bis sehr guten Chancen muss man einfach mehr als ein Tor machen.“

FCD rotiert – und braucht Anlaufzeit

Seidl rotierte angesichts der Belastung erneut durch. Louis Tournier stand unter anderem neu zwischen den Pfosten, mehrere Positionen wurden neu besetzt. Die ersten 20 Minuten waren jedoch zäh. Dingolfing hatte viel Ballbesitz, fand aber kaum Wege in die gefährlichen Räume. Zu allem Überfluss musste Andreas Eglseder nach einer Viertelstunde mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden.

Erst ab Mitte der ersten Hälfte wurde der FCD zwingender. Marcel Müller setzte den ersten Akzent, als er aus 16 Metern flach abschloss – der Ball strich hauchdünn am Pfosten vorbei. Kurz darauf reagierte der Etzenrichter Keeper stark auf einen Drehschuss Müllers. Auf der Gegenseite tauchte Mittelstürmer Janker gefährlich auf, verfehlte das Ziel aber knapp.

Traumtor von Wilhelm – FCD verpasst das 2:0

In der 35. Minute folgte der Höhepunkt des Tages: Maximilian Wilhelm erkannte, dass der Etzenrichter Torhüter weit vor seinem Kasten stand – und hob den Ball aus rund 45 Metern über ihn hinweg ins Netz. Ein Treffer der Kategorie „Tor des Monats“.

Dingolfing blieb dran. Fabian Prebeck‑Sanchez wurde im letzten Moment geblockt, der Abpraller landete erneut bei Wilhelm, der den Ball aus 14 Metern an die Unterkante der Latte schlenzte. Der FCD war nun klar überlegen – verpasste aber die Vorentscheidung.

Kalte Dusche nach der Pause

Die zweite Hälfte begann denkbar ungünstig. Dingolfing verteidigte einen Angriff zu passiv, ein abgefälschter Schuss von Mirko Griesbeck aus 18 Metern schlug unhaltbar im Winkel ein – 1:1. Etzenricht schöpfte daraus Mut, ohne jedoch dauerhaft gefährlich zu werden.

Der FCD hingegen blieb strukturiert und kam zu mehreren Großchancen. Jannik Bauer lief nach einem Steilpass allein auf das Tor zu, setzte den Ball aber am langen Eck vorbei. Nach einer Ecke köpfte Florian Büchner aus kurzer Distanz knapp über die Latte. Und eine einstudierte Freistoßvariante brachte die nächste Gelegenheit: Wilhelm legte auf Bauer ab, der aus zehn Metern ungehindert abschließen konnte – erneut vorbei.

Fazit: Zwei Punkte verschenkt

In der Schlussphase drängte Dingolfing auf den Sieg, doch die Genauigkeit im Abschluss fehlte. Etzenricht verteidigte leidenschaftlich, der FCD ließ die letzte Konsequenz vermissen. So blieb es beim 1:1 – ein Ergebnis, das den Gastgebern im Abstiegskampf hilft, für Dingolfing aber angesichts der spielerischen Überlegenheit zu wenig ist. Die Seidl‑Elf zeigte trotz der hohen Belastung und zahlreicher Ausfälle eine ordentliche Leistung, verpasste jedoch die Chance, sich für den Aufwand mit drei Punkten zu belohnen.

FCD-Aufstellung: Tournier – S. Weber (ab 90. Füllner), F. Büchner, Y. Justvan, D. Heinz – Eglseder (ab 16. Wilhelm), J. Bauer, Stuckenberger (ab 81. T. Justvan) — Prebeck-Sanchez (ab 69. Kehl), M. Müller, Wimmer (ab 56. Nicklas) 

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