
Der FC Dingolfing geht neue Wege, um die Zukunft seiner Jugendarbeit nachhaltig abzusichern. Mit einem vereinsinternen Trainer-Nachwuchsprogramm wollen Paul Günzkofer und Florian Kraus dem zunehmenden Engpass an Übungsleitern begegnen – und gleichzeitig junge Spieler frühzeitig für Verantwortung im Ehrenamt begeistern.
Denn die Herausforderungen wachsen spürbar. „Die beruflichen Anforderungen, Schichtarbeit und das Freizeitverhalten verändern sich ständig. Es reicht heute oft nicht mehr, nur einen Trainer für eine Mannschaft zu finden“, erklärt Günzkofer. „Wir müssen die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen – und da ist es enorm wertvoll, wenn junge Leute Schritt für Schritt in dieses Amt hineinwachsen.“
Genau hier setzt das Programm an: bewusst niedrigschwellig und ohne Druck. Zu Beginn hospitieren die Jugendlichen lediglich bei Trainingseinheiten, schauen zu und bekommen Einblicke in die Arbeit an der Seitenlinie. Erst im nächsten Schritt übernehmen sie eine Rolle als Co-Trainer – begleitet von erfahrenen Übungsleitern, die ihr Wissen weitergeben. Ziel ist es, dass die Jungspunde mittelfristig eine eigene Mannschaft übernehmen.
„Uns war wichtig, dass die Jungs nicht sofort ins kalte Wasser springen, sondern dass sie langsam herangeführt werden“, betont Kraus.
Der Start verläuft vielversprechend. „Die Rückmeldungen sind richtig positiv. Vor allem aus der A-Jugend konnten wir sieben Nachwuchstrainer gewinnen“, sagt Kraus. „Darauf sind wir wirklich stolz – und wir hoffen, dass wir das nachhaltig aufbauen können.“
Die beiden FCD-Funktionäre treiben das Trainernachwuchsprogramm Schritt für Schritt voran. Vergangene Woche besuchten Günzkofer und Kraus die Spielgemeinschaft aus Türk Gücü und dem FC Dingolfing III. „Wir möchten als Verein weiter zusammenwachsen. Vielleicht können wir auch hier den ein oder anderen fürs Ehrenamt begeistern“, so Kraus.
Ein weiterer Baustein: die gezielte Förderung durch Trainerausbildungen. Der Verein möchte die Jugendlichen motivieren, frühzeitig Trainerscheine zu erwerben und damit auch fachlich ein solides Fundament zu legen.
Zusätzliche Anreize sollen gemeinsame Ausflüge schaffen. In den Osterferien ist etwa ein Besuch bei der Nachwuchsabteilung des SSV Jahn Regensburg mit anschließendem Profispiel geplant. Gerade dort sieht man, wohin der Weg führen kann: Mit Michael Wimmer hat auch der FC Dingolfing selbst ein Beispiel hervorgebracht, wie eine Trainerlaufbahn aus dem eigenen Verein heraus beginnen kann.