FCD verschenkt zwei Punkte – Weckruf beim Tabellenletzten

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Bildunterschrift: Simon Käufl gehörte zu den wenigen Lichtblicken im FC-Spiel

 

 

Grober Patzer oder Weckruf zur rechten Zeit? Diese Frage können die Kicker des FC Dingolfing erst nach der Winterpause beantworten. Feststeht bisher nur, dass die Blau-Weißen sich mit dem 1:1 beim Tabellenletzten ordentlich blamierten und dem SV Haidlfing ein Fünkchen Hoffnung im Abstiegskampf bescherten. Die Gastgeber verdienten sich mit dem Punkt ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Alleine FCD-Stürmer Heino Corintan hätte das Spiel alleine entscheiden können. Stattdessen musste man sich sorgen, dass sich der Sturmtank bei eisigen Temperaturen keine Erkältung zuzog. Etwas mehr Laufarbeit hätte bei dem als Vorbild geltenden Spielertrainer sicherlich nicht geschadet. Davon ließen sich seine Mitspieler anstecken und der Auftritt des FCD wirkte sehr lethargisch. Einzig Kapitän Florian Büchner und Simon Käufl wussten aufgrund ihrer spielerischen Klasse zu überzeugen.

„Ich bin sehr verärgert über die heutige Darbietung. Wir haben die Quittung für die nachlassende Einsatzbereitschaft in Spiel und Training der letzten Wochen bekommen. Das Spiel schmerzt umso mehr, da wir uns mit einem Sieg richtig abgesetzt hätten. Wenn wir aufsteigen wollen, müssen wir die Saison mit hundertprozentigem Wille durchziehen, andernfalls wird es auch gegen den Tabellenletzten schwer, wie man heute gesehen hat.“, bilanziert ein enttäuschter FCD-Coach Holger Götz.

Der FCD musste im Vergleich zur Vorwoche auf Hasan Aytac verzichten. Für ihn agierte der spielintelligente Johannes Comoretto vor der Abwehr und Rinos Bajraktari bekleidete die Position des Rechtsverteidigers. Darüber hinaus lief Stefan Liefke wieder von Beginn an auf. Daher wechselte der FCD das System und agierte mit einer Doppelspitze im 4-4-2.

In der ersten Halbzeit war man gegen schwache Gastgeber klar feldüberlegen. Vor allem die beiden Duette auf den Flügeln um Onur Ünce und Käufl sowie Martin Abraham und Bajraktari machten ordentlich Dampf. So segelten einige gefährliche Flanke in den Heimstrafraum. Jedoch deutete sich dort bereits an, was dem FCD zum Verhängnis werden sollte. Man ging viel zu fahrlässig mit den Torgelegenheiten um. Die Zuschauer konnten nicht den Willen erkennen, dass im Dress des FCD ein Spieler steckt, der wirklich ein Tor erzielen will. So blieben die guten Hereingaben ungenutzt.

Kurz vor der Halbzeitpause konnte man dennoch im Lager des Tabellenführers jubeln, denn Spielmacher Ben Sußbauer erzielte mit seinem sechsten Saisontreffer die Führung.

Nach dem Pausentee setzte sich das Bild fort. Der FCD mit hohen Spielanteilen, während der SVH mit Mann und Maus verteidigte. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff kratzte ein Haidlfinger den Ball nach einem Sußbauer-Kopfball spektakulär und zu seiner eigenen Überraschung von der Linie. Das wäre die Vorentscheidung gewesen! Ebenfalls kam Corintan im Fünfmeterraum zum Kopfball, doch der Ball ging über das Gestänge. Im weiteren Spielverlauf hatte der FCD noch weitere Möglichkeiten den Deckel drauf zu setzen, jedoch fehlte es weiterhin an der letzten Konsequenz. Nach dem Motto „einer wird schon den zweiten Treffer machen“ ließ man gefährliche Zuspiele im Sande verlaufen. Nach der Auswechslung des dribbelstarken Onur Ünce fehlten dann jegliche Überraschungsmomente im Offensivspiel. Bezeichnend für den Dingolfinger Auftritt, dass die Angriffsreihe auf den jüngsten Spieler im Aufgebot angewiesen war. Die Quittung folgte wenig später. Nach einem vermeidbaren Ballverlust im Mittelfeld setzten die Haidlfinger mit einem weiten Ball zum Konter an. Tobias Johann hatte dank seiner Antrittsstärke den Ball schon abgelaufen, jedoch wägte er sich zu sehr in Sicherheit. Ein Heimstürmer setzte energisch nach und brachte den Dingoflinger Abwehrmann in die Bredouille. Dieser wollte den Ball zu Keeper Schwägerl spielen, jedoch hatte dieser längst den Torraum verlassen und so trudelte der Ball über die Linie.

Anschließend rochen die Gastgeber die Chance zur Sensation und investierten mehr in die Offensive. Dabei entwickelte sich der ehemalige Dingolfinger Dominik Märkl zum Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel. Der FCD wagte aufgrund der widrigen Platzverhältnisse hohe Zuspiele auf Sturmtank Corintan.  Allerdings wurden die Bälle zu leicht verloren und den Haidlfingern boten sich Räume zum Kontern. Beinahe wäre ihnen ein zweiter Treffer dadurch gelungen.

Dennoch waren die klaren Chancen weiter auf FCD-Seite zu verzeichnen. Den Anfang machte Ralph Bischoff, der einen Drehschuss mit Links über das Tor setzte. Kurz darauf setzte Publikumsliebling Comoretto zum Distanzhammer an. Jedoch prallte sein Ball nur an den Pfosten und vor die Füße von Corintan, der von einem Gegenspieler geblockt wurde. Kurz vor Spielende hatte der Torjäger gar die Riesengelegenheit zum Siegtreffer jedoch versagten ihm aus wenigen Metern die Nerven und der Ball verpasste deutlich sein Ziel. Die nummerische Überlegenheit nach einer Ampelkarte konnte der FCD nicht mehr zu seinem Vorteil nutzen. Dadurch mussten sich der Tabellenführer mit einem Remis beim Schlusslicht begnügen. Der Punktverlust ist umso ärgerlicher, da der engste Verfolger Post Kagers ebenfalls Federn ließ und beim aufstrebenden ASV Degernbach mit 1:5 unter die Räder kam. Dadurch haben die Degernbacher wieder aufgeschlossen und es könnte sich ein Dreikampf um die Ligakrone entwickeln.

Für die Dingolfinger heißt es nun die richtigen Lehren aus der enttäuschenden Punkteteilung zu ziehen. Nichts desto trotz spielte man eine hervorragende Vorrunde und ist verdientermaßen Tabellenerster. Nach dem Spiel in Haidlfing dürften die Sinne in der Vorbereitung geschärft sein für die anstehende Rückserie! Dort gilt es den Platz an der Sonne zu verteidigen um den angestrebten Aufstieg zu realisieren.

 

FCD-Stenogramm vs. SV Haidlfing

Aufstellung: Schwägerl – Bajraktari, Johann, Büchner, Käufl – Abraham, Comoretto, Sußbauer, Ünce (ab 59. Minute Bischoff) – Liefke (ab 69. Schütz), Corintan

Gelbe Karte: Mörtlbauer, Binder, Hanrieder, Bichlmeier – Käufl

Gelb-Rote Karte: Harnrider

Zuschauer: 100

Schiedsricher: Tobias Schuster mit seinen Assistenten Philipp Denk und Joseph Wenninger