„Brauchen mehr als einen Fußballgott auf unserer Seite“ – Dingolfinger Matthias Strohmaier fordert den deutschen Vizemeister FC Schalke 04 im DFB-Pokal

Dieses Wochenende richtet sich der Fokus der deutschen Fußballwelt auf den DFB-Pokal, wo die erste Hauptrunde ausgetragen wird. Seit jeher lebt der Pokalmythos vom Duell David gegen Goliath. Mittendrin ist mit Matthias Strohmaier ein waschechter Dingolfinger, der mit dem 1.FC Schweinfurt den deutschen Vizemeister FC Schalke 04 am heutigen Abend herausfordert. Dabei blickt der Innenverteidiger mit purer Vorfreude auf das Pokalmatch: „Es ist natürlich immer etwas besonderes vor so vielen Zuschauern zu spielen. Hinzu kommt, dass es ein Flutlichtspiel ist, was eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Gegen einen Champions-League-Teilnehmer und einen absoluten Traditionsverein zu spielen ist selbstverständlich ein absolutes Highlight und eine große Ehre.“

Wie man als Underdog besteht wissen die Schweinfurter aus der vergangenen Pokalsaison. Dort warf man den Zweitligisten SV Sandhausen aus dem Wettbewerb. In der zweiten Runde traf man dann auf den späteren Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Die Chancen auf eine erneute Sensation stuft Strohmaier trotz der positiven Erfahrung gering ein: „Schalke ist schon nochmal ein ganz anderes Kaliber als Sandhausen. Die Rollen sind klar verteilt mit Schalke als haushohen Favoriten und wir als krasser Außenseiter. Dennoch wollen wir unsere geringere Chance nutzen und das Spiel so lange wie möglich spannend halten. Jedoch brauchen wir für einen Überraschungscoup schon mehr als einen Fußballgott auf unserer Seite.“ 

In der Liga präsentierten sich die Schnüdel bisher gut in Form und sind nach sechs Spielen noch ungeschlagen. Für den Niederbayer läuft es bisher auch persönlich rund. Unter anderem konnte er nach Ballgewinn bereits zwei Konter mit einem Treffer veredeln. „Ich kam aus einem verletzungsgeplagten Jahr in der Schweiz nach Schweinfurt. Da brauchte ich erstmal wieder Spielpraxis und daher hat mir die vergangene Saison sehr gut getan. Im Sommer habe ich viel für mich selbst gemacht und bin auf einem guten Fitnesslevel. Nun heißt es dran bleiben, damit es bei der Mannschaft und mir weiterhin vorwärts geht“, berichtet Strohmaier. 

Strohmaiers Treffer im Derby gegen Bayreuth

Danke TV Mainfranken für das Video!

Mit der bisherigen Ausbeute sieht man sich im Soll bei den ambitionierten Franken. Vor der vergangenen Saison stellten der FCS auf Profifußball um und peilt den Drittligaaufstieg binnen drei Jahre an. Dabei will man bereits in dieser Saison ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden und verstärkte sich im Sommer prominent. Unter anderem kamen mit Ronny Philip und Florian Trinks zwei Bundesliga-erfahrene Akteure. „Bisher läuft es für uns gut, auch wenn wir bei den beiden Unentschieden die drei Punkte zu leicht hergeschenkt haben. Ich denke wir haben eine gute Basis, auf der wir aufbauen können. Die Liga ist sehr ausgeglichen, was auch die Ergebnisse vom Saisonstart zeigen. Der härtestes Kontrahent ist mit Sicherheit die zweite Mannschaft des FC Bayern. Wir müssen aber auf uns selber schauen und versuchen jedes Spiel zu gewinnen“, meint Strohmaier. 

„Will nicht fremdbestimmt sein“ – Strohmaiers Weg ohne Spielerberater

Damit decken sich die Ziele des Vereins mit denen des 24-jährigen Dingolfingers. „Als Fußballer will man natürlich immer so hoch spielen wie möglich. Vor allem reizen einen die Partien vor vollen Zuschauerrängen. Ich habe bereits mit Vaduz in der Europa-League-Quali und gegen Basel vor 37.000 Zuschauern spielen dürfen. Bei Bayern waren die Amateurderbys gegen die Löwen mit der Kulisse zweier rivalisierender Fanlager tolle Erlebnisse. Mein Ziel ist es daher noch mehr solcher Spiele zu bestreiten. Daher wäre es natürlich super, wenn uns der Aufstieg mit Schweinfurt gelingt“, lässt der Defensivspieler blicken, der über die Stationen FC Augsburg, FC Bayern München und dem Schweizer Erstligisten zu den Franken kam.  

Den Weg in seiner Karriere bestreitet der reflektierte Abwehrhüne ohne Spielerberater oder Agenten wie sonst in der Branche üblich: „Ich will nicht von Dritten fremdbestimmt sein, die mit mir als Spieler Geld verdienen wollen. Mir ist es wichtig mein Leben selbst in der Hand zu haben und zu entscheiden, wo es für mich hingeht.“

Neben dem Fußball hat sich Strohmaier längst ein zweites Standbein aufgebaut und hat bereits während seiner Zeit beim FC Bayern München ein Studium aufgenommen. „Ich habe bei Augsburg und Bayern gemerkt, wie schnell es im Fußball in beide Richtungen gehen kann. Mit dem Studium ist man nicht ausschließlich vom Fußball abhängig und nimmt für sich selbst etwas den Leistungsdruck raus. Mir bereitet das Studium bisher viel Spaß und ich bin froh, dass ich etwas außerhalb des Mikrokosmos Fußball blicken kann“, gibt Strohmaier zu Protokoll. 

Erinnerungen an ersten Sparkassen-Cup – Lob für Lukas Kallmeier und Co.

Dadurch ist der Terminkalender zwischen Fußball und Studium gut gefüllt, dennoch verfolgt Strohmaier weiterhin die Geschehnisse rund um seinen Heimatverein FC Dingolfing. Besonders gerne erinnert sich Strohmaier, an den Sparkassen-Cup, der an diesem Wochenende zum elften Mal ausgetragen wird. Bei der ersten Auflage war Strohmaier noch im Dress des FCD am Start. „Das Turnier war damals ein echter Höhepunkt, zumal alle Freunde und Verwandten beim Duell gegen die großen Nachwuchsteams zuschauen konnten. Ich drücke den FCD-Teams die Daumen und hoffe, dass die aktuellen Jugendmannschaften mit ähnlicher Freude wie ich damals das Turnier genießen können. Kompliment an meinen guten Freund Lukas Kallmeier und sein Organisationsteam, dass sie wieder so ein hochkarätiges Turnier auf die Beine stellen konnten.“