Niederbayer in der Talenteschmiede von Dynamo Dresden – Christian Knoll kehrt beim Sparkassen-Cup zurück in seine Heimat


Die SG Dynamo Dresden hat sich in den vergangenen Jahren zu einem soliden Zweitligaclub gemausert. Mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern gelang die Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse Deutschlands. Auch Kickern aus dem eigenen Nachwuchs gab man dabei die Chance. Jüngstes Beispiel ist Marvin Stefaniak, der zur kommenden Saison in der ersten Bundesliga für den VfL Wolfsburg auflaufen wird. Dort trifft er auf den Spielführer der deutschen U21 Maximilian Arnold, der vor kurzem mit der DFB-Elf die U21-Europameisterschaft feiern konnte. Auch er kickte in seiner Jugend für Dresden. Dort stehen schon die nächsten Youngsters aus der hervorragenden Nachwuchsabteilung bereit. Anteil am Erfolg der Sachsen hat ein junger Niederbayer aus Frauenbiburg. Christian Knoll hält als Assistent von Nachwuchsleiter Jan Seifert in der Nachwuchs Akademie die organisatorischen und administrativen Fäden in der Hand. Beim Sparkassen-Cup am kommenden Wochenende hat er die Gelegenheit in seine Heimat zurückzukehren, schließlich ist Dresden mit seiner U14 am Start. 

„Ich freue mich sehr auf den Sparkassen-Cup in Dingolfing. Der FC Dingolfing konnte für das Turnier tolle Teams gewinnen, daher wird es ein sehr guter sportlicher Vergleich in der Vorbereitung für unsere U14. Besonders interessant für uns ist es, dass wir uns mit Vereinen messen können gegen die wir in der Regel nicht sehr häufig spielen.

Generell wünsche ich dem FCD, dass sie wieder an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen können und dabei den Fokus auf die Nachwuchsausbildung legen,“ berichtet Knoll, der aktiv selbst für den Lokalrivalen SV Frauenbiburg in der Bezirksliga auflief.

Motiviert durch sein Faible für Sport nahm Knoll das Studium der Sportwissenschaften an der TU München auf. Im Rahmen eines Praktikums verschlug es den sympathischen Niederbayer zur SG Dynamo Dresden. Nach erfolgreichem Zweitliga-Klassenerhalt in der Saison 2012/13 wurde Knoll eine Festanstellung in Sachsen angeboten. Knoll ließ sich die Chance nicht entgehen und arbeitet seitdem im Dresdner Nachwuchs. Dort ist er komplett für die Organisation und Administration für alle Mannschaften von U12 bis U19 zuständig. Zusätzlich kümmert er sich federführend um die Kooperation mit dem tschechischen Verein FK Usti nad Labem. Hier hat der 28-jährige Anteil an Konzept und Antragsstellung sowie der anschließenden Durchführung der Maßnahmen.

Außerdem arbeitet der Frauenbiburger als Projektleiter an der Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrum mit. Dort nimmt die DFL sowie der DFB die Jugendabteilungen der Proficlubs genau unter die Lupe und bewertet diese anhand von Kriterien. Dort gilt es für die Vereine bei möglichst vielen Punkten Bestnoten zu erzielen, denn die veröffentlichten Ergebnisse haben starke Auswirkung. Bei der letzten Überprüfung schnitt Dynamo mit der maximalen Ausbeute von drei Sternen ab. Dieses Ergebnis will man halten, dementsprechend akribisch gehen Knoll und die anderen Mitarbeiter der Dresdner Talenteschmiede ans Werk.

Die positive Entwicklung schlägt sich auch auf die sportliche Ebene durch. Die U19 wie auch die U17 konnten in der vergangenen Spielzeit den Klassenerhalt in der Junioren-Bundesliga verbuchen. Die U16 stieg ohne eine einzige Saisonniederlage in die Regionalliga auf, wodurch Dynamo ab der kommenden Saison in sämtlichen Jahrgängen in der höchsten Spielklasse an den Start geht. Auch die U14 – Teilnehmer des Sparkassen-Cups – sorgte für Furore. Mit der Landesmeisterschaft wie dem Pokalsieg feierte der letztjährige U13-Jahrgang das Double. Stolz macht Knoll, dass obendrein immer mehr Spieler an den Profibereich herangeführt werden können.

„Die Entwicklung ist kurz zusammengefasst positiv. Aber wir müssen den eingeschlagenen Weg jetzt konsequent weitergehen,“ meint Knoll. Dabei ist ihm keineswegs bange vor dem neuen Konkurrenten RB Leipzig. Der Brausekonzern Red Bull erweckte die schlafende Fußballstadt Leipzig zu neuem Leben und investierte dort kräftig in die Jugend. Ein neues Nachwuchsleistungszentrum entstand vor den Toren Leipzigs und Jugendspielern wurde aus der ganzen Republik nach Leipzig gelockt.

„Natürlich spüren wir deutlich, was da in Leipzig in den letzten Jahren passiert ist. Aber diese Konkurrenz führt auch dazu, dass wir uns schneller weiterentwickeln,“ erzählt Knoll.

Auch bei seiner eigenen Karriere bleibt Knoll ehrgeizig: „Ich bin ja erst 28, da kann noch viel passieren.“ Als nächsten Schritt wird der Niederbayer ab Oktober ein berufsbegleitendes Masterstudium in Jena aufnehmen. Vom DOSB wurde er unter vielen Bewerbern ausgewählt und erhielt vom deutschen Sportdachverband ein Stipendium.

Gleichzeitig geht es in die heiße Phase der Zertifizierung, wo die Unterlagen Ende Januar eingereicht werden müssen.

„Danach brauche ich wahrscheinlich erstmal Urlaub,“ meint Knoll mit einem Lächeln.

Beim Sparkassen-Cup hat er die Möglichkeit in seiner Heimat Kraft zu tanken für die kommenden Aufgaben. Es wird spannend sein, wo Knolls Weg noch hinführt.