Interview mit FCD-Trainer und Jugendkoordinator Stefan Wimmer

„Es geht hier nur gemeinsam“

 

Der FC Dingolfing macht sich fit für die Zukunft. Der 32-jährige Stefan Wimmer soll vor allem beim Nachwuchs neue Akzente setzen. Zudem wird er zumindest für die Rückrunde auch die Seniorenmannschaft übernehmen.

Der Dingolfinger Anzeiger hat sich mit dem Rückkehrer unter anderem über die Nachwuchsarbeit, die Aussichten der Ersten Mannschaft und das Nachwuchsleistungszentrum unterhalten.
DA:
Herr Wimmer, Sie sind nun Jugendkoordinator und Trainer der Seniorenmannschaft beim FC Dingolfing. Ihr Comeback beim FCD wird mit Sicherheit nicht langweilig.

Stefan Wimmer:
Auf jeden Fall, wobei natürlich die Jugendarbeit nicht darunter leiden soll. Andererseits werde ich auch die Aufgabe als Trainer der Ersten Mannschaft mit höchster Konzentration angehen. Im Nachwuchsbereich haben wir ein Team aufgebaut und da wird die Arbeit aufgeteilt. Wir wollen nicht den Fehler machen, dass wir die Arbeit nur auf wenige Schultern verteilen.

DA:
Der Jugendbereich machte in der jüngeren Vergangenheit große Sorgen. Wie sieht der kurzfristige Plan aus?

Stefan Wimmer:
Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Es ist nicht so gut gelaufen und die Abmeldung der A-Jugend spiegelt diesen Zustand natürlich auch wieder. Für die nahe Zukunft haben wir ein Konzept und wollen an diesem Stück für Stück arbeiten. Wichtig ist, dass wir auch in den Jugendbereich eine gewisse Kontinuität rein bekommen.

DA:
Der FC Dingolfing hat insbesondere im Seniorenbereich von der ausgezeichneten Jugendarbeit profitiert. In den kommenden Jahren wird nicht viel Nachwuchs zu akquirieren sein.

Stefan Wimmer:
Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir jetzt die Nachwuchsarbeit verbessern. Ob wir eine A-Jugend in der kommenden Saison bereits wieder ins Rennen schicken, ist noch nicht ganz sicher. Es macht ja auch nur Sinn, wenn diese Mannschaft auf stabilen Füßen steht. In den kommenden zwei, drei Jahren wird in der Tat eine kleine Durststrecke sein. Umso höher ist die Motivation, dass wir unsere Aufgabe mit großer Leidenschaft ab sofort beginnen. Dann profitiert auch die Erste Mannschaft wieder von unserer Jugendarbeit.

DA:
Viele fragen sich, ob ein Nachwuchsleistungszentrum in Dingolfing eigentlich noch Sinn macht..…

Stefan Wimmer:
Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Das Ergebnis war aber eindeutig: Wir wollen das NLZ behalten. Es ist ja auch ein Aushängeschild für den Verein. Da müssen wir aber auch in Zukunft mehr dafür tun. Sei es zum Beispiel durch eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit. Viele wissen ja nicht einmal, dass wir ein Nachwuchsleistungszentrum haben. Viele Spieler sind bereits in den Profibereich gewechselt. Wichtiger ist aber freilich, dass wir die Spieler an den Verein binden, die diesen Sprung nicht schaffen. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen…..

DA:
Kurz zur Ersten Mannschaft: Wie realistisch ist der Wiederaufstieg in die Bezirksliga?

Stefan Wimmer:
Es wird nicht leicht. Künzing ist doch schon ein paar Punkte weg und Straubing schickt eine sehr ambitionierte Mannschaft ins Rennen. Da wird der zweite Platz kein einfaches Unterfangen, aber ich vertraue der Mannschaft. Wir haben eine gute Mannschaft. Wichtig wird in der Rückrunde sein, dass gegen die eher schwächeren Gegner keine Punkte verschenkt werden.

DA:
Auch die niedrige Trainingsbeteiligung, die Vorgänger Wolfgang Biermeier bemängelte, muss dringend verbessert werden…..

Stefan Wimmer:
Das habe ich auch gehört und das muss sich ändern, ganz klar. Durch die Schichtarbeiter ist das nicht ganz einfach, aber das werden wir schon hinbekommen.

DA:
Letzte Frage: Der Druck ist groß. Wäre eine Konsolidierung in der Kreisliga nicht vielleicht doch der bessere Weg?

Stefan Wimmer:
Da könnten Sie schon recht haben. Trotzdem ist die Bezirksliga eine sehr gute Liga, die wir erreichen wollen. Es gibt aber weitaus wichtigere Punkte, als den Aufstieg. Es muss wieder eine Kontinuität beim FC Dingolfing her. Jeder muss erkennen, dass es nur gemeinsam geht. Sei es im Nachwuchs oder im Seniorenbereich. Jeder soll sich mit dem FCD identifizieren.

Quelle: DA – Andy Forster