Herrenspieler und Jugendtrainer Rinos Bajraktari im Portrait

 

Der vergangene Spieltag in der Bezirksliga West hatte bereits am Samstag einige faustdicke Überraschungen parat. Sowohl Tabellenführer Straubing wie auch der enge Verfolger Kelheim verloren ihre Partien. Mit einem Auswärtssieg beim Mitaufsteiger Degernbach hätte der FCD ein Ausrufezeichen im Titelkampf setzen können. Die Anhänger des FC Dingolfing freuten sich daher besonders auf ihre Partie beim ASV Degernbach, doch das Wetter machte gleich zweimal einen Strich durch die Rechnung. Die Partie wurde abgesagt und in den November verlegt.

Trotz des hervorragenden Tabellenstands herrscht weiterhin Demut beim Dingolfinger Traditionsverein. „Es ist einfach eine schöne Momentaufnahme,“ stellt Flügelflitzer Rinos Bajraktari klar. Dennoch sollten die Leistungen der Blau-Weißen nicht geschmälert werden. „Wenn man unseren Kader anschaut und auch wie wir als Mannschaft spielen, finde ich, dass wir zurecht dort oben stehen. Dennoch dürfen wir nicht zu sehr in Euphorie verfallen, sondern müssen weiterhin an uns arbeiten. Es gilt für uns so schnell wie möglich die 40-Punktemarke zu knacken. Erst dann können wir neue Ziele definieren,“ meint ein bescheidener Bajraktari.

Der ballsichere Offensivakteur hat sich bei den Blau-Weißen zum absoluten Stammspieler gemausert. Bisher kam er in allen Saisonspielen zum Einsatz und erzielte dabei drei Treffer. Zuletzt agierte Bajraktari nach Krankheit und Urlaub in der Jokerrolle. Dennoch ist er mit seiner Entwicklung zufrieden: „Ich bekomme von meinen beiden Trainern volles Vertrauen und sie geben mir oft die Chance von Anfang an zu spielen. Das will ich mit einer guten Leistung zurückzahlen.“

Die Entwicklung Bajraktaris beeindruckt vor allem, wenn man bedenkt, dass er vor vier Jahren noch in der zweiten Mannschaft des SV Frauenbiburg zum Einsatz kam. In Frauenbiburg wurde der Dribbelkünstler von Trainer Hans Bader in der Kreisliga ins kalte Wasser geschmissen und zeigte dort starke Leistungen. Diese bestätigte er auch nach seinem Wechsel beim FCD. Dennoch sieht Bajraktari bei sich noch reichlich Verbesserungspotenzial. „Meiner Meinung nach muss ich mich noch in vielen Bereichen verbessern. Hierbei helfen mir meine Mitspieler und Trainer sehr, weil ich viel von ihrer Erfahrung profitieren und mir einiges abschauen kann. Ich will weiter als Spieler reifen und mich weiterentwickeln.“

An den Wochenenden ist Bajraktari nicht nur als Aktiver gefordert. Zusätzlich zu den Ligaspielen ist er als Trainer an der Seitenlinie im Einsatz. Seit dieser Saison sammelt Bajraktari als Coach erste Erfahrungen und führte die U16 zwischenzeitlich sogar an die Tabellenspitze. Die neue Rolle an der Seitenlinie macht den jungen Coach sichtlich Spaß: „Die Arbeit mit den Jungs bereitet mir große Freude. Sie sind mit großem Eifer bei der Sache und wollen etwas dazu lernen. Ich will ihnen dabei so gut es geht helfen und ihnen möglichst viel beibringen.“

Dies ist nicht das einzige Ehrenamt, dass der Sohn von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Kosovo beim FCD übernimmt. So hilft Bajraktari bei der Organisation des Grundschulprojekts des FCD mit. Dort erhalten fußballbegeisterte Jungen und Mädchen die Möglichkeit Freitagnachmittag im Rahmen der Ganztagsbetreuung dem runden Leder nachzujagen und ihre Leidenschaft für den Fußball zu entdecken.

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