Ein Tor mit besonderer Wirkung – FCD für Integrationsleistung prämiert – FSJ-Stelle im Nachwuchs zu besetzen

Die Jugendspieler beim FCD wie hier bei der B2 gehen mit viel Freude ihrem Hobby nach (Foto: Stephan Orlet) 

 

Der zweite Treffer der Reserve des FC Dingolfing am vergangenen Wochenende in Dornwang war gleich in zweifacher Hinsicht ein besonderes Tor. Zum einen brachte es den Ausgleich in letzter Minute für die Elf von Thomas Auer. Zum anderen war es der erste Treffer für Mohamed Othman auf deutschem Boden. Dem syrischen Kriegsflüchtling war die Freude über seinen Treffer spürbar anzumerken. Dabei ist Othman bei Weitem nicht das einzig positive Beispiel für die Integrationsarbeit beim FC Dingolfing. Alleine in der Zweitvertretung der FCD-Herren kommen mit Agibu Janneh und Abel Tekelamot zwei weitere Flüchtlinge zum Einsatz. Im vergangen Jahr wurde der gesellschaftliche Einsatz des Dingolfinger Traditionsvereins sowohl von der Edigus-Braun-Stiftung als auch vom Projekt „Sport schafft Heimat“ des bayerischen Innenministeriums prämiert. 

Vor kurzem hat man auch die Unterlage eingereicht um als Stützpunkt der Integration anerkannt zu werden. Seit einem Jahr arbeitet man mit dem Programm „Integration durch Sport“ des Bundesinnenministeriums zusammen und mit der Ernennung zum Stützpunkt würde man die Möglichkeit erhalten das Engagement weiter auszubauen. 

„Als gemeinnütziger Verein wollen wir auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und Bürgern aus allen Bevölkerungsgruppen unabhängig vom fußballerischen Talent eine sportliche Heimat bieten“, berichtet FCD-Vorstand Sebastian Strohmaier. Vor allem im Jugendbereich gelingt dies dem FCD vorbildlich. Gleich 16 Jugendmannschaften schickt der FCD derzeit an den Start. Während man als DFB-Stützpunkt bei den D- und C-Junioren die Teams in den höchsten niederbayerischen Spielklassen an den Start schickt, verfügt man seit der Amtsübernahme von David Otto als Jugendleiter auch wieder über ein weites Breitensportspektrum. Aufgrund der Bevölkerungsstruktur Dingolfings als Industriestandort tummeln sich auch viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in diesen Teams. Als Paradebeispiel können die A2- sowie die B2-Junioren angeführt werden. Die A-Jugendlichen werden vom Trainergespann aus Adi Temel und Georg Kallmeier betreut. Bei der B2 gibt Rinos Bajraktari die Kommandos von der Seitenlinie und wird dabei von Manuel Wimmer und Richard Strohmaier unterstützt. In den beiden Teams kommen neben einheimischen Jugendlichen auch Spieler mit Wurzeln aus über zehn Nationen zum Einsatz. Sieben von ihnen haben selbst Fluchterfahrung und müssen sich nun in Deutschland zurecht finden. Trotz der unterschiedlichen Herkunft harmonieren sie auf dem Spielfeld und ziehen gemeinsam an einem Strang. Die Trainer der Teams leisten hierbei hervorragende Arbeit, wie Vorstand Strohmaier betont: „Das Wirken eines Vereins geht über die bloße Vermittlung der Sportart hinaus. Unter anderem lernen die Kinder und Jugendliche, wie man sich innerhalb einer Gruppe verhält und wie wichtig Disziplin, Teamgeist und Zuverlässigkeit sind. Unseren Trainer gelingt es exzellent dies zu vermitteln und auch einzufordern. Obendrein haben sie einen guten Draht zu den Jungs, die mit viel Freude ihrem Hobby nachgehen.“

Natürlich bringt die Integrationsarbeit und die Fülle an Jugendmannschaften auch organisatorische Probleme. „Leider hat die Bereitschaft bei vielen einheimischen Eltern abgenommen sich zu engagieren und bei den Eltern, die nicht in Deutschland geboren wurden, fehlt oftmals das Wissen und Verständnis für das deutsche Vereinswesen. Dadurch sind teilweise die Trainerstellen im Kleinfeldbereich am schwierigsten im gesamten Verein zu besetzen“, berichtet Strohmaier. Daher hat man beim FCD eine Stelle für ein freiwilliges soziales Jahr geschaffen. Noch mangelt es an Bewerbern, daher würde man sich beim Dingolfinger Traditionsverein über Meldungen unter der Mail-Adresse email hidden; JavaScript is required freuen. Neben der Betreuung einer Jugendmannschaft und Organisation der Nachwuchsarbeit könnte man mit der FSJ-Stelle auch das Fußballtraining in den Grundschulen im Rahmen der Ganztagsbetreuung fortführen. Zusätzlich könnte man weitere Projekte voran treiben, damit weiterhin kleine Erfolge mit großer persönlicher Wirkung wie im Falle Mohamed Othmans Treffer zu Stande kommen können.